Kohäsion von Teams (1)


Kohäsion von Teams (1)

Vorannahme: die Leistung bei innerem Zusammenhalt ist effizienter als im Zustand innerer Abspaltung.

Claude STEINER, klinischer Psychologe, Psychotherapeut und weltweit anerkannter Spezialist für Transaktions - Analyse (TA), arbeitet insbesondere an dem Phänomen der Zusammenarbeit. Er spricht von drei Faktoren, die die Zusammenarbeit behindern und von drei Maßnahmen, mit denen man Zusammenarbeit erreichen kann.

Hinderliche Faktoren

Individualität

„Wenn ich Erfolg habe, dann dank meiner selbst, und wenn ich scheitere, dann wegen mir!“
Ablehnung der positiven oder negativen Einflussnahme des einen auf den anderen führt in die Isolierung. In seinem Individualismus fühlt sich der Einzelne ermutigt, auf unabhängige Weise zu
handeln, ohne gegenüber jemandem anderen verantwortlich zu sein.
Konkurrenzdenken
Unsere Erziehung richtet uns auf Wettbewerb und Konkurrenz aus und nur sehr wenig auf Kooperation. Schule insbesondere, aber auch sportliche oder musikalische Tätigkeiten drängen uns in ein Konkurrenzdenken: Wettkampf, Noten, Bewertungen. Der Konkurrenzgeist gebiert Individualismus und umgekehrt. So genannte „Unterlegenheit“ ist nicht akzeptabel.
Machtspiele
Machtspiele sind Manöver, um vom anderen etwas zu erhalten, das ich auf andere Weise nicht bekommen kann. Machtspiel kann brutal oder subtil manipulativ sein. Wenn Machtspiele ganz selbstverständlich oder gewohnheitsmäßig zwischen den Mitgliedern einer Gruppe laufen oder besonders seitens des Führers, wird dieser Vorgang irgendwann als Teil des internen Regelwerkes verstanden, was den inneren Zusammenhalt der Gruppe aufbricht.

Fördernde Maßnahmen und Regeln für eine verbesserte Zusammenarbeit

Keine Machtspiele

Wenn jemand in der Gruppe es nicht schafft, das zu erreichen, was er möchte, sind Machtspiele auf jeden Fall ausgeschlossen. Diese Direktive gilt für alle Teammitglieder, den Teamführer eingeschlossen.
Keine Lügen
Echte Lügen oder auch Unwahrheit durch Unterlassung oder Verschweigen (zum Beispiel durch Zurückhaltung von Informationen) sind verboten. Wahrhaftigkeit ist Teil der Grundabsprache, konstruktive Kritik wird begünstig, der Informationsfluss ist offen.
Keine Rettung
Was STEINER „Rettung“ nennt, ist die Reaktion auf Machtspiele. Niemand soll mehr geben oder tun als seinen Anteil und nichts, was er selbst nicht tun oder geben will.
„Ich werde nicht bereit sein etwas zu tun, mit dem ich nicht einverstanden bin, oder nur, weil kein anderer es erledigen will. Ich werde es tun, weil es für die Gruppe nützlich ist.“

Diese Modelle, die aus der Familientherapie stammen, sind von großem Interesse, wenn wir sie durch den Filter der Unternehmenswelt oder der Musikwelt betrachten, und zwar unter Berücksichtigung
- der Position jedes Einzelnen (innerhalb seines hierarchischen Systems),
- seiner äußeren Umgebung (Konkurrenz, Ziel, Rentabilität) und
- der bereits erlebten Situationen (Krisen, Schwierigkeiten, gewöhnlicher Ablauf).
Sich der Hürden im inneren Zusammenhalt bewusst zu sein bedeutet bereits den ersten Schritt in Richtung eines Kohäsionsaufbaus, eines stimulierenden Arbeitsumfeldes, in dem sich die Mitglieder der Gruppe nicht in gegenseitiger Konkurrenz verstricken, hin zu einer Entscheidungsfindung durch die Teamleitung ohne Einsatz jeglicher Machtspiele, und hin zu einer Situation, in der jeder aus freien Stücken seinen Anteil in die Gruppe einbringt, ohne Verpflichtung und ohne Zwang.

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